Feedback ist ein landläufiger Begriff, den wir aus vielen Bereichen kennen: aus Sport, Handel und auch aus der Führung. Und genau dort, in der Führung, ist Feedback ein wichtiges, aber vielfach unterschätztes Werkzeug.

In meinen vielen Trainings und Coachings von Führungskräften und Mitarbeitern kommt ein Thema immer und immer wieder auf: Das Thema Wertschätzung und Anerkennung. Viele Mitarbeiter fühlen sich von ihren Führungskräften zu wenig anerkannt und wertgeschätzt. Das bestätigen auch Umfrage-Ergebnisse immer wieder, die übrigens auch zeigen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Mitarbeiterzufriedenheit und Kranken-Fehl-Tagen. Grob gesprochen: Je mehr sich ein Mitarbeiter wertgeschätzt fühlt, desto seltener ist er krank.

Bei den Führungskräften hingegen mache ich immer wieder die Erfahrung, dass sie gar nicht wissen, wie sie eigentlich ein Feedback so geben können, dass es beim Mitarbeiter auch ankommt.

Dazu kommt, dass manche Führungskräfte zu glauben scheinen, dass das Gehalt der Mitarbeiter Lob und Anerkennung genug sei. Doch hört man sich um in den Reihen der Mitarbeiter, so ist das Gehalt zwar ein wichtiger Bestandteil, doch das, was eigentlich die Zufriedenheit, und somit auch die Produktivität steigert, ist Anerkennung – sprich, positives Feedback.

Was wir in der Kindererziehung und im Leistungssport täglich machen, ist für Führungskräfte häufig schwer umzusetzen. Betrachten wir, was der Trainer eines Golf- oder Tennisspielers macht: Jeder noch so kleine Fortschritt oder Erfolg wird mit positivem Feedback rückgemeldet – LOB!!!. Das motiviert die Leistungssportler, weiter an sich zu arbeiten und die Leistung zu maximieren.

Im Sport tun wir oft, was uns im Arbeitsalltag schwer fällt: Wir LOBEN!
Bild: dehner academy GmbH

Anerkennung und Wertschätzung wirken wie eine Energiezelle in einem Formula E Rennwagen, das heißt, es gibt viel Energie und Power – aber nur für eine kurze Reichweite. Was bedeutet das? Das bedeutet, Feedback sollte nicht eine Eintagsfliege sein, sondern ein stetiger Prozess. Jeder Leistungssportler braucht permanentes Feedback. Auch in der Kindererziehung nutzen Eltern das Loben und Wertschätzen. Genau mit dieser Anerkennung und Wertschätzung fördert man Kinder und ermutigt sie, Neues auszuprobieren, also sich zu entwickeln.

Ist es so schwer, positives Feedback zu geben?

Je länger jemand im Job ist, desto mehr wird seine Arbeit als selbstverständlich gesehen. Damit wächst die Gefahr, dass positives Feedback, und die damit verbundene Anerkennung, der Selbstverständlichkeit und der Gewohnheit zum Opfer fallen. Übrigens, je höher die Position der Führungskraft ist, desto weniger Lob oder Anerkennung wird gegeben oder erhalten. Die Anerkennung drückt sich dann im Bonus oder in einem größeren Firmenwagen aus. Doch ist es das, was wirklich als motivierende Anerkennung funktioniert? Ersetzen trockene Zahlen auf dem Konto-Auszug ein wertschätzendes Feedback? Ich bin nicht der Meinung.

Was ich an der Stelle ebenfalls erwähnen möchte, ist, dass es unzählige Mitarbeiter gibt, die aus Mangel an Gelegenheit verlernt haben, ein positives Feedback anzunehmen. Wenn ein Mitarbeiter plötzlich mal gelobt wird, dann erschrickt er so, dass er gar nicht weiß, wie er damit umgehen soll, also wird er verlegen, oder wiegelt selbst ab. Oder, das ist noch schlimmer, er hat gelernt, dass auf das Zuckerbrot – Lob – sofort die Peitsche – ungeliebte Aufgabe oder harsche Kritik – folgt. In diesen Fällen kann keine Rede davon sein, dass man das Führungstool „Feedback geben“ angemessen im Sinne von motivierend nutzt.

Richtig loben! Aber wie?

Ein richtiges Lob zu geben ist eine Kunst, aber eine, die man lernen kann. Mit der richtigen Methode und mit etwas Übung klappt es ganz einfach. Es gibt viele verschiedene Namen für die „richtigen“ Methoden. Unterm Strich kann man sagen, das Ziel ist immer das gleiche und steht im Vordergrund: Ein professionelles, wertschätzendes Feedback, sprich Anerkennung! Wir nennen unser Modell, um professionell Feedback zu geben, den „Feedbackwalzer“, denn es handelt sich um drei Schritte, die man beherrschen muss. Welche das sind, erfahren Sie in der Fortsetzung des Artikels.

In Teil 2 mehr erfahren!

2 Kommentare

  1. Hi Jasper,

    Very nice article. In my personal experience and few projects, I have felt that there is a natural inclination to look at the leadership as someone who has expertise while working for an organisation, say a coach or in armed forces terms, major, general or commanding officer etc. And as most of the terms in business do come from armed forces, it has a deep co-relation in sports and business. My suggestion generally is to draw a connect between sports and business and translate the player and coach thought process. It becomes far easier to share and accept feedback, build openness, respect and team culture. The issue is that in a lot of values hiring is not based on these factors. Leaders who are hired are for their merit and most likely the fact of how good they were with people is never considered a major evaluation criteria.

    Ended up being a bigger comment than I thought..just got excited looking at the common topic.

    Cheers,
    Vivek

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