Unternehmen müssen eine Lernumgebung schaffen, die Mitarbeitern Freiraum bietet, ihre eigene Entwicklung in die Hand zu nehmen. Das ist einer von vielen wichtigen Aspekten, um eine zukunftsentscheidende Frage der Unternehmenskultur zu beantworten.

Heutige Managergenerationen lernen immer noch von Peter F. Drucker. Der 2005 verstorbene US-amerikanische Ökonom gilt als Pionier der modernen Managementlehre und war ein Freund klarer Worte. Ihm wird unter anderem folgendes Zitat zugeschrieben: „Kultur isst die Strategie zum Frühstück.“ Besser lässt sich wohl nicht auf den Punkt bringen, wie wichtig Unternehmenskultur ist. Denn die überzeugendste Geschäftsidee, die tiefste Analyse, der griffigste Marketingslogan und die ausgeklügelste Strategie nützen nichts, wenn die Mitarbeiter die eigene Firmenkultur nicht mittragen. Vom Etablieren einer Unternehmenskultur hängt demnach entscheidend die Wettbewerbsfähigkeit ab. Das Vermögen, auf Veränderungen zu reagieren, definiert sich zugleich darüber, wie es Firmen gelingt, Weiterbildung in ihre Organisation zu integrieren. Nur wer seine Mitarbeiter auf dem aktuellen Wissensstand hält, behauptet sich im Wettbewerb. Auch dazu gibt Peter F. Drucker die Richtung vor: „Um Wissen produktiv zu machen, müssen wir lernen, sowohl den Wald als auch den einzelnen Baum zu sehen. Wir müssen lernen, Zusammenhänge herzustellen[1] .“

Zunächst müssen Unternehmen Lernen als einen integralen Bestandteil ihrer Firmenkultur begreifen, damit sie das eigentliche Ziel angehen können: eine hocheffektive Lernkultur. In einer solchen Umgebung eignen sich Mitarbeiter selbstständig Wissen an und wenden es an; sie entwickeln ihre Kompetenzen weiter und steigern schlussendlich ihre Leistung. Das animiert die Belegschaft, kritisch und innovativ zu denken, wozu sie sich vorab mit verschiedenen Standpunkten auseinandersetzen muss. Daneben gilt es, Zusammenarbeit und Informationsaustausch zu fördern.

Lohnender Lernerfolg

Bislang hat etwa nur ein Fünftel der Unternehmen Lernen fest in ihre Organisation integriert. Diese Einschätzung geht auf David Mallon[2]  zurück, der zugleich zeigte, wie untrennbar effiziente Lernkultur und Hochleistungskultur verbunden sind. Für ihn ebnet eine erfolgreich lernende Belegschaft den Weg zu Kundenzufriedenheit, Wachstum und Marktführerschaft. Ein weiterer Vorteil: Unternehmen, die bereits über eine solche Lernkultur verfügen, haben mit 58 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit fähige Talente in ihren Reihen, die veränderte Marktbedürfnisse abdecken.

Zugang zu relevantem Wissen

Lernen basiert auf vollständigen und genauen Informationen. Eine starke Lernkultur unterstützt demnach die Suche nach Wissen im gesamten Unternehmen und fördert den Informationsaustausch. Soweit die Theorie, die sich in der Praxis schrittweise realisieren lässt.

Im ersten Schritt müssen Unternehmen ihren Mitarbeitern den nötigen Zugang sowohl zu relevantem Wissen als auch zu einer Plattform verschaffen, die den Wissensaustausch und die Zusammenarbeit fördert. In einer solchen Situation bewährt sich eine leistungsfähige Wissensressource, um eine starke Lernkultur aufzubauen. In eine solche Ressource, beispielsweise eine E-Learning-Plattform oder Bibliothek, gehört relevantes Wissen aus dem Themenspektrum Wirtschaft, Führung, Produktivität, Management, Selbstentwicklung, Politik, Wissenschaft und Technologie. Gleichzeitig sollte es für Nutzer auch zeitlich flexibel und kurzweilig anwendbar sein – etwa in Form von Zusammenfassungen. Auch Lernberater, die Inhalte auf spezifische Bedürfnisse im Unternehmen zuschneiden, helfen, Mitarbeitern auf allen Ebenen eine optimale Lernerfahrung zu bieten.

Integriertes Lernen

Unsere Erfahrung aus der Praxis zeigt, dass insbesondere Lesezirkel Lernen fördern. Der Erfolg dieser Maßnahmen hängt jedoch davon ab, inwieweit sich Mitarbeiter, insbesondere Führungskräfte jeweils engagieren. Im nächsten Schritt gilt es, den Wissensaustausch über alle Unternehmensebenen in Gang zu setzen, etwa durch das Arbeiten in einem sozialen Lernumfeld. Dazu kann beitragen, Mitarbeiter zu belohnen, die ihr Wissen in Diskussionsforen teilen und Fragen anderer Mitarbeiter beantworten. Diese Anerkennung ermutigt Mitarbeiter, ihr Wissen mit Kollegen zu teilen und sich selbst weiterzubilden.

Sogenanntes Blended Learning, also die Kombination aus Präsenzveranstaltungen und E-Learning, lässt das Personal, die besten E-Learning-Methoden – interaktiv, unterhaltsam und ansprechend – mit persönlicher Zusammenarbeit kombinieren. Fakt ist: Nach wie vor motivieren vor allem Trainer im Seminarraum Mitarbeiter, neue Fähigkeiten in realen Situationen anzuwenden.

Letzten Endes funktioniert hochwirksames Lernen nur über klare Kommunikation. Das verständliche Darstellen von Fakten, Beweisen und etwaigen Zusammenhängen lässt Mitarbeiterverschiedene Standpunkte verstehen und auftretende Herausforderungen besser meistern.

Wissensauftrag an die Führungsetage

Es lohnt sich für Unternehmen in vielerlei Hinsicht, an einer hocheffektiven Lernkultur zu arbeiten. Eine solche Umgebung motiviert Mitarbeiter, ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und ihre Leistung selbst verbessern zu wollen. In der Folge ist das Personal letztendlich um 38 Prozent produktiver. Außerdem steigert eine lernfördernde Atmosphäre die Wahrscheinlichkeit um 58 Prozent, den sich aktuell verändernden Marktanforderungen anpassen zu können. Das nennt sich schlicht zukunftsfähig und ist, was Führungskräfte dringend ansteuern müssen. Ihr Vordenker Peter F. Drucker formulierte bereits den Auftrag an sie so: „A manager is responsible for the application and performance of knowledge[3] .“

Erfahren Sie, wie Sie eine hocheffektive Lernkultur entwickeln:


 [1]Zitat von Peter Drucker in David Allen: Wie ich die Dinge geregelt kriege: Selbstmanagement für den Alltag, München 2002, S. 222

 [2]Mallon, David. (2010) High-Impact Learning Culture. Bersin & Associates

 [3]Drucker, Peter F. 1993. Post-Capitalist Society. Oxford: Butterworth Heinemann.

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