Weiterbildung der Zukunft sollte räumlich und zeitlich flexibel sein, von digitalen Lernprogrammen unterstützt werden und sich am Arbeitsplatz abspielen können. Gefragt sind außerdem fachübergreifende Schlüsselkompetenzen. Das stellt eine neue Studie zu den „Zukunftsperspektiven im tertiären Bereich der beruflichen Bildung 2040“ fest.

Zu den gefragten Schlüsselkompetenzen der Zukunft gehören demnach fachlich-methodische Kompetenzen ebenso wie fachübergreifende Kompetenzen.  Während bei den fachlichen Kompetenzen  betriebswirtschaftliches und kaufmännisches Erfahrungswissen, technisches Fachwissen und Fremdsprachenkenntnisse eine besondere Rolle spielen würden, gehe es bei den fachübergreifenden Kompetenzen zum Beispiel um soziale Kommunikation, Aktivitäts- und Umsetzungsorientierung. Interkulturelle Kompetenzen, Dienstleistungsorientierung, eigenverantwortliche Entscheidungsfindung oder Problemlösungs- und Optimierungskompetenzen sollten als  Querschnittsaufgabe vermittelt werden.

Lebenslanges Lernen werde immer wichtiger, ebenso wie die betriebliche Weiterbildung. Lernen sollte zunehmend im Prozess der Arbeit erfolgen. Die Integration von Weiterbildung in den Arbeitsprozess sei aus Sicht der Unternehmen wichtiger, als eine Höherqualifizierung der Mitarbeiter. Auch informelle Weiterbildungsangebote würden an Bedeutung gewinnen. Diese Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass Unternehmen jetzt in eine digitale Weiterbildungsstrategie investieren sollten, zu der elektronische Arbeitshilfen wie Performance Support ebenso gehören wie Lernvideos und e-Learning-Kurse, die sich zeitlich flexibel am Arbeitsplatz abrufen lassen. Informelles Lernen fördern  zum Beispiel interne soziale Netzwerke, über die sich  Mitarbeiter austauschen und vernetzen können. Tatsächlich werden Maßnahmen für die Flexibilisierung von (Weiter)Bildungsangeboten insbesondere aus Sicht der befragten Unternehmensvertreter/innen zu den wichtigsten Anforderungen an die zukünftige Ausgestaltung der beruflichen (Weiter-)Bildung gezählt.

Die Studie untersuchte im Auftrag des BMBFs, wie sich die zukünftige Bedeutung von Bildungsinstitutionen, -strukturen und -angeboten der tertiären beruflichen Bildung (Bildungsgänge an Fachschulen und Hochschulen sowie Weiterbildungsangebote bei den Kammern) für die Deckung von Kompetenz-und Qualifikationsbedarfen bis 2040 entwickeln könnte. Befragt wurden  Experten  aus Unternehmen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Gewerkschaften, Verbänden und Kammern.

Mehr Infos unter:

http://www.iaq.uni-due.de/iaq-forschung/2019/fo2019-02.pdf

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Gudrun Porath ist freie Journalistin und Moderatorin. Die studierte Kulturwissenschaftlerin arbeitete für Tageszeitungen, bis sie 1999 zu einem jungen Kommunikationssoftware-Unternehmen wechselte und dort unter anderem nach dem Börsengang die Finanzmarktkommunikation verantwortete. 2005 machte sie sich als Journalistin selbstständig und spezialisierte sich auf die Themen digitales Lernen und Weiterbildung, über die sie seitdem für Fachzeitschriften schreibt und Veranstaltungen moderiert. Auf haufe.de erscheint ihre E-Learning-Kolumne.

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