Alle Jahre wieder analysiert das Beratungsunternehmen Deloitte eine Umfrage zu den aktuellen Human Capital Trends heraus. In diesem Jahr heißt der Top-Trend: Learning und Development müssen besser werden. Die Qualifizierung der eigenen Mitarbeiter wird zudem vor Neueinstellungen priorisiert.

Tatsächlich wird nicht nur über den Wandel der Arbeitswelt durch die Digitalisierung in vielen Medien berichtet, laut Umfrage sind Geschäftsführer und Arbeitnehmer gleichermaßen besorgt, wie die Technik ihren Arbeitsplatz verändert und was das für sie selbst bedeutet. Über ein Drittel gehen zudem davon aus, dass viele Jobs wegfallen, weil die Tätigkeiten automatisiert werden. Die Teilnehmer der Umfrage sehen als größte Herausforderung daher, wie sich der Übergang in die Zukunft der Arbeit gestalten lässt (28 Prozent), wie die Arbeit neu gestaltet werden soll (25 Prozent) und wie Belegschaften dafür qualifiziert werden können (24 Prozent). Dazu passend sagten 90 Prozent der Befragten aus, dass ihr Unternehmen bereits Tätigkeiten neu ausrichtet, bei 32 Prozent geschieht dies in grundlegendem Maß. Sie sind damit auf dem Weg, der laut Untersuchungen des World Economic Forum dazu führt, dass rund 54 Prozent aller Beschäftigten innerhalb von nur drei Jahren umfangreiche Weiterbildungen wenn nicht sogar Umschulungen benötigt.

Für die Anbieter von Weiterbildung sind das gute Aussichten. Denn 84 Prozent der befragten Unternehmen gaben auch an, ihre Investitionen in Qualifizierungsprogramme zu erhöhen, bei sechs Prozent soll das Weiterbildungsbudget um sechs Prozent und mehr steigen. Auch Learning Professionals profitieren. Zusätzliche Stellen in diesem Bereich wollen 77 Prozent der Unternehmen schaffen.

Was die Schnelligkeit und Qualität der vorhandenen Weiterbildungsprogramme gibt, sehen die Unternehmen allerdings Nachholbedarf. 14 Prozent der Befragten sind überzeugt,  dass sich ihre L&D-Abteilungen nicht schnell genug weiter entwickeln.  und zum Beispiel Fortschritte in Sachen Lernkultur machen. Organisationen müssen darauf hinarbeiten, einen durchgängigen kulturellen Fokus auf das Lernen von der Spitze der Organisation bis zum Ende zu schaffen, wenn sie die zukünftigen Talentherausforderungen bewältigen wollen.

Als Beispiel, wie sich Arbeiten und Lernen verbinden lassen, führen die Deloitte-Autoren die agile Software-Entwicklung an, in deren Mittelpunkt so genannte „DevOps“ stehen. Dabei arbeiten Entwicklung, Operations und Qualitätssicherung eigenverantwortlich im Team eng zusammen, um schneller stabile und hochwertige Software zu entwickeln. Analog sei vorstellbar, dass sich Arbeiten und Lernen  zu „DevWork“ integrieren lasse. Dazu sei es notwendig, Lernen und Wissensmanagement in den Workflow zu integrieren. Performance Support und Workplace Learning könnte demnach endgültig der Durchbruch gelingen.

Die Verantwortung für den Erfolg von Weiterbildung sehen die Befragten nicht nur bei L&D. Vielmehr sei es notwendig, die Verantwortung gemeinsam zu tragen. Angesprochen sind damit alle im weitesten Sinne Beteiligten: Die Unternehmen selbst, L&D, Beschäftigte, Bildungseinrichtungen und der Gesetzgeber.

www.deloitte.com/global/en

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Gudrun Porath ist freie Journalistin und Moderatorin. Die studierte Kulturwissenschaftlerin arbeitete für Tageszeitungen, bis sie 1999 zu einem jungen Kommunikationssoftware-Unternehmen wechselte und dort unter anderem nach dem Börsengang die Finanzmarktkommunikation verantwortete. 2005 machte sie sich als Journalistin selbstständig und spezialisierte sich auf die Themen digitales Lernen und Weiterbildung, über die sie seitdem für Fachzeitschriften schreibt und Veranstaltungen moderiert. Auf haufe.de erscheint ihre E-Learning-Kolumne.

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