Weiterbildung für Generation Y: So gelingt Lernen mit Spaß

Die Generation Y hat keinen guten Ruf: Mit Fleiß und Beständigkeit werden junge Mitarbeiter oft nicht assoziiert. Vielmehr wird ihnen vorgeworfen, schwer motivierbar zu sein. Lebenslanges Lernen passt nicht in ein Konzept, in dem Work-Life-Balance eine größere Rolle spielt als Verantwortung – so das Klischee. Mit den richtigen Motivatoren in der Weiterbildung werden aus “lernfaulen Juniors” allerdings schnell eifrige Professionals.

Perspektivenwechsel: Das bietet die Generation Y

Die angesprochenen Klischees sind weit verbreitet. Ein kleiner Wechsel des Blickwinkels zeigt jedoch, wie viel Mitarbeiter der Generation Y für Unternehmen zu bieten haben. Drei Kernaspekte sollten Personalentwickler kennen und für sich nutzen:

  • Die Generation Y ist mit mit umfassender Vernetzung aufgewachsen.Als Digital Nativesfinden sich junge Mitarbeiter im Dschungel von Medien und Geräten problemlos zurecht. Außerdem spielen sozialer Austausch und viel Feedback eine zentrale Rolle.
  • Junge Mitarbeiter legen im Berufsleben viel Wert auf Sinnhaftigkeit: Im Fokus bei der Berufswahl stehen oft Aufgaben, die gleichzeitig Freude machen und einen sichtbaren Effekt haben. Spaß ist ein wichtiger Motivator, Neues zu lernen (übrigens nicht nur für Mittzwanziger, aber dazu später mehr).
  • Ein Vorteil der Generation Y ist ihre Flexibilität: Unbeständigkeit und ständiger Wandel sowohl im privaten Leben als auch im Beruf sind bei jungen Erwachsenen oft schon verinnerlicht. Das ist nicht nur negativ: Denn dadurch lassen sich junge Mitarbeiter auch leicht für neue Methoden und neues Wissen begeistern.
  • „Macht eine Arbeit Freude, bietet sie eine Perspektive und sind die Aufgaben nachvollziehbar – dann ist die Leistungsbereitschaft der Generation Y extrem hoch“ – so beschrieb Jutta Rump, Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability an der Hochschule Ludwigshafen, in einem Interview zu Vorurteilen über die Generation Y.

    Ein geübter Umgang mit digitalen Medien, die Freude an erfüllenden Aufgabenund eine hohe Flexibilitätmachen die Generation Y zu eine wertvollen Energiezelle für Unternehmen. Vorausgesetzt, die Sinnhaftigkeit und der Spaß kommen bei der Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten nicht zu kurz.

    Wie Spaß dem Gehirn beim Lernen hilft

    Warum sollten Mitarbeiter unbedingt Spaß beim Lernen haben? Schließlich könnte man denken: Hauptsache, die Inhalte werden gelernt und im Sinne des Unternehmens umgesetzt. Diese Einstellung ist heute noch bei vielen Führungskräften und Personalentwicklern verwurzelt – und verschwendet in der Praxis schlicht viel Potential. Ein kurzer Exkurs in die Funktion des menschlichen Gehirns erklärt, warum:

    Neues Wissen muss vom Gehirn nicht nur aufgenommen, sondern auch sinnvoll gespeichert werden. Emotionenspielen dabei eine zentrale Rolle. Wird der Lernprozess mit negativen Gefühlen wie Langeweile oder Frust assoziiert, werden die Inhalte nicht im richtigen Hirnareal gespeichert. Wissen ist dann zwar vorhanden, kann aber nicht flexibel angewendet werden.

    Wird der Lernprozess hingegen mit positiven Gefühlen verbunden, vor allem mit Neugierde und Spaß, gelingt die Speicherung im Gehirn.Es entstehen Querverbindungen, die für die praktische Anwendung im Berufsalltag nötig sind. Ein positives Feeling kann bei jungen und älteren Mitarbeitern gleichermaßen die Motivation und somit den Lernerfolg erhöhen.

    Drei Leitsätze für erfolgreiche Weiterbildung der Generation Y

    Spaß am Lernen ist für alleAltersklassen ein wichtiger Motivator! Die Young Professionals der Generation Y haben zusätzlich eine Affinität für digitale Medien und brauchen kurzweilige Aufgaben mit sichtbaren Ergebnissen. Daraus ergeben sich drei Leitsätze, mit denen Sie Weiterbildung für junge Mitarbeiter motivierend gestalten können:

    Regel Nr. 1: Gestalten Sie Lernen digital!

    Klassische Schulungshandbücher auf Papier sind für die Generation Y reine Motivationsbremsen – und auch im Sinne der Nachhaltigkeit nicht mehr zeitgemäß. Nutzen Sie stattdessen die Liebe zur digitalen Welt auch für die Weiterbildung. Mit E-Learning-Angeboten treffen Sie den Nerv der digitalen Generation– im Idealfall optimiert für Mobilgeräte (Stichwort mobile learning).

    Laut einer aktuellen Studie von Telefonica Deutschlandist das Smartphone für 74% der 18- bis 29-Jährigen die Schaltzentrale des digitalen Alltags: 77% nutzen das Smartphone, um Wartezeiten zu überbrücken, 71% um sich unterhalten zu lassen. Die intensive Nutzung von Smartphones ist eine ideale Basis für mobile Lernkonzepte.

    Beitragbild_Laura Evers_Weiterbildung Generation Y Mobilgeräte gehören zum Alltag der meisten “young professionals” – Nutzen Sie das für die Weiterbildung!

    Regel Nr. 2: Gestalten Sie Lernen multimedial!

    Ob Lerninhalte verstanden und langfristig gespeichert werden hängt nicht nur von der Motivation ab, sondern auch maßgeblich vom Format. Für einen nachhaltigen Lerneffekt sollten Sie sowohl visuelle, als auch auditive Möglichkeiten anbieten. Je mehr Sinneskanäle beim Lernen genutzt werden, desto besser.

    Nutzen Sie beispielsweise Videos statt Text. Videos gehören, ebenso wie Mobilgeräte, zum Alltag junger Mitarbeiter: Laut ARD/ZDF-Onlinestudie(2019) nutzen über 80% der 14- bis 29-jährigen mindestens einmal wöchentlich Videoportale. Bieten Sie deshalb für die Generation Y auch in der Weiterbildung Videos an: Schulungsvideos können

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    Foto von Gastautorin Laura Evers auf dem Blog der L&Dpro
    Laura Evers
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    Laura Evers ist seit 2018 Content Managerin und Redakteurin für die Schwerpunkte E-Learning und Blended Learning bei blink.it. Unter dem Leitsatz „Nur wenn du etwas gern tust, wird es wirklich gut!“ beschäftigt sie sich vor allem mit Themen wie neuen Lernkonzepten, Motivation und Gamification in der Erwachsenenbildung.

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