Mittwoch, 22.Januar, 2020

Wohin geht die Reise in der Personalentwicklung 2020? Welche Formen von L&D sind gefragt? Welche Trends zeichnen sich ab? Damit sich die Weiterbildungsbranche für das kommende Jahr wappnen kann, lohnt es sich, 2019 Revue passieren zu lassen und zu schauen, welche Bedürfnisse Personalentwickler bei ihrer Arbeit haben und wo sie ihre Schwerpunkte setzen. Aufschluss darüber gibt der L&D-Report des Weiterbildungsportals kursfinder.de, für den 175 Personalentwickler befragt wurden und aus dem 5 L&D-Trends für 2020 hervorgehen.

 

  1. Inhouse-Trainings sind angesagter denn je

Lange Zeit galten offene Kurse, Seminare und Workshops als beliebteste Schulungsmethode: Mitarbeiter wurden ein paar Tage außer Haus geschickt, um mit einem Sack voll neuem Wissen ins Unternehmen zurück zu kehren. Jetzt kommt das Wissen direkt ins Unternehmen: Inhouse-Schulungen sind laut L&D-Report die beliebteste Weiterbildungsart: 70% der für den Report befragten Unternehmen setzen verstärkt darauf. Der Schwerpunkt rückt damit deutlich von standardisierten Schulungen hin zu personalisierten Schulungen. Denn obwohl externe Workshops und Seminare sehr informativ und hilfreich sein können und einen Austausch mit unternehmensfremden Teilnehmern ermöglichen, stimmen sie häufig nicht genau mit den individuellen und organisatorischen Zielen überein. Trainingsprogramme müssen mehr und mehr an die Bedürfnisse des Lernenden sowie der Organisation angepasst werden.

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  1. Digitale Formate sind gefragt

Unternehmen sind zunehmend auf Technologien angewiesen – so wird Technologie auch immer mehr in den Bereich Personalentwicklung integriert. Lernende Organisationen suchen nach Schulungen, die nicht nur in ihren Terminkalender passen, sondern auch der Art und Weise entsprechen, die sie in ihrem Berufsalltag in der High-Tech-Arbeitswelt erleben. Bei der Befragung der Experten für den L&D-Report stellte kursfinder.de fest, dass E-Learning zunehmend nachgefragt wird: Jedes zehnte Unternehmen setzt inzwischen auf digitale Formate wie E-Learning, Fernkurse oder Blended Learning, um Mitarbeiter zu schulen. Klarer Wachstumskurs für digitale Lernformate.

 

  1. Microlearning ist stark im Kommen

Häppchenweises Lernen wird immer stärker nachgefragt: Wissen soll dann verfügbar sein, wenn es gerade gebraucht wird, quasi Learning on Demand. Dieses Bedürfnis stillen Microlearnings. Dabei werden Lerninhalte in kleinen Einheiten vermittelt. Dieses Wissen können Mitarbeiter genau dann abrufen, wenn sie vor einem Problem stehen und eine Lösung finden müssen. Klarer Vorteil gegenüber konventionellen Weiterbildungen ist, dass sich Microlearning ganz leicht in den Alltag integrieren lässt und das Erlernte sofort umgesetzt werden kann.

 

  1. Unternehmen setzen auf Social Learning

Wissen nutzen, das bereits im Unternehmen vorhanden ist: Davon machen immer mehr Unternehmen Gebrauch. Laut L&D-Report findet bereits in jedem dritten Unternehmen Social Learning statt: Wissensvermittlung von Mitarbeitern für Mitarbeiter. Das kann durch Training on the Job stattfinden, durch Mentorenprogramme, Lerngruppen, Job Shadowing, interne Wikis und vieles mehr. Die eigenen Mitarbeiter sind oft die besten Dozenten: Sie geben ihr Wissen nämlich nicht nur in der Theorie, sondern anhand praktischer Anwendungen weiter. Darüber hinaus hat Social Learning noch einen weiteren wesentlichen Vorteil: Es stärkt den Teamgeist.

Beitragsbild_Trends 2020_Social Learning

  1. Low-Budget-Methoden werden mehr und mehr etabliert

Weil für Personalentwicklung das Budget häufig knapp ist, gewinnen Low-Budget-Methoden an Bedeutung: Weiterbildungsformate, die an wenig oder kein Budget gekoppelt sind. Hier fließen vor allem Social-Learning-Formate ein wie etwa Lunch-Roulette, Reverse-Coaching, Spend your Talent, unternehmensinterne Webinare oder interne Coaches. Personalentwickler werden kreativ, wenn sie ihre Aufgabe erfüllen wollen, aber das Geld dafür knapp ist. Ihre Devise: lieber Low-Budget-Weiterbildung als gar keine Personalentwicklung.

Beitragsbild_Trends 2020_ Low Budget

Diese 5 Trends lassen sich schon 2019 ablesen. Im neuen Jahr werden sie vermutlich eine noch stärkere Ausprägung innerhalb von Unternehmen erleben. Sich an diesen Bedarfen zu orientieren, macht für die Weiterbildungsbranche Sinn: Denn so wie die Unternehmen permanentem Wandel ausgesetzt sind, so muss auch sie sich wandeln, um Schritt halten und ihrem Auftrag nachkommen zu können.

 

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Titelbild
Quelle: EtiAmmos / gettyimages

Bilder im Text:
kursfinder.de

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Vanessa Schäfer

Vanessa Schäfer ist Redakteurin bei der Weiterbildungssuchmaschine kursfinder.de. Die Leidenschaft fürs Schreiben begleitet sie schon seit ihrer Kindheit. Nach einer Ausbildung zur Medienkauffrau und ein paar Semestern Wissenschaftsjournalismus volontierte sie bei einer Tageszeitung, wo sie bis zu ihrem Wechsel zu kursfinder.de mehrere Jahre als Redakteurin arbeitete. In ihrer Freizeit betreibt sie den Food-Blog schuerzentraegerin.de.