E-Learning-Akzeptanz

Bild zum Gastbeitrag von youknow zum Thema E-Learning-Akzeptanz auf dem L&Dpro-Blog

Um einen nachhaltigen Lernerfolg zu erzielen, muss die Motivation stimmen: „Lernen wollen“ statt „Lernen müssen“ lautet hier die Zauberformel. Also: Machen Sie Ihren Mitarbeitenden Lust auf Corporate Learning und steigern Sie die E-Learning-Akzeptanz in Ihrem Unternehmen. Wie das geht? Das sogenannte Akzeptanz-Dreieck gibt Ihnen einen ersten Überblick: Inhalte, Kommunikation und Organisation sind die drei entscheidenden  Faktoren, die wir in diesem Blogartikel näher erläutern.

1. Content

Der E-Learning-Content und dessen Aufbereitung spielen eine entscheidende Rolle für die Akzeptanz bei den Lernenden. Wir geben Ihnen ein paar Tipps an die Hand, wie Sie mit Ihrem Content den Lernenden Lust auf Corporate Learning machen.

Kennen Sie Ihre Zielgruppe

Bevor Sie mit der Content-Aufbereitung und -Gestaltung beginnen, sollten Sie den Vorwissensstand Ihrer Zielgruppe ermitteln. Häufig sind wir im Fluch des Wissens gefangen. Das heißt, wir kennen uns sehr gut mit unserem Thema aus und gehen davon aus, dass die Zielgruppe über dasselbe Vorwissen verfügt – meistens ist das aber nicht der Fall. Nehmen Sie daher die Perspektive der Zielgruppe ein und entwickeln Sie die Lerninhalte entsprechend ihres Vorwissens. Häufig weiß die Zielgruppe nicht einmal, warum sie sich für die Lerninhalte interessieren sollte – in diesem Fall muss erst einmal das „Warum“ erklärt werden, bevor es zum „Wie“ kommt. Im „Warum-Wie-Diagramm“ veranschaulichen wir diese Thematik. Grundsätzlich gilt: Je weniger Vorwissen in der Zielgruppe vorhanden ist, desto mehr Zeit sollte dem „Warum?“ gewidmet werden. Erst wenn Sie es mit Experten zu tun haben, lohnt es sich, ausführlich über das „Wie?“ zu sprechen.

Bild_Diagramm_warum wie_Erklärtipps

Der Mix macht’s

Ob Ihr Schulungskonzept mit einem Erklärfilm beginnt, Lerninhalte via Präsenztrainings in Kombination mit Lern Nuggets vermittelt werden oder auch Gamification-Elemente wie eine Quiz App eine Rolle spielen – der richtige Mix ist entscheidend, damit Ihr Lernvorhaben zum Erfolg wird. Die Kombination verschiedener Lernmethoden und -medien sorgen für Abwechslung, ein hohes Involvement und damit für einen nachhaltigen Wissenserwerb.

Abhängig von Ihren Lernzielen, bietet sich eventuell auch der Einsatz von User Generated Content an. Dabei sprechen Kollegen zu Kollegen, was die Motivation der Lernenden fördert. So wirken beispielsweise Videos, die von Kollegen für andere Kollegen erstellt werden, authentisch, schaffen Relevanz und steigern so die Akzeptanz bei den Lernenden.

Weniger ist mehr

Nicht umsonst ist Micro-Learning einer der E-Learning Trends schlechthin. Denn wer hat heutzutage noch Lust, neben dem Arbeitsalltag noch mehrere Stunden am Stück zu lernen? Vermutlich die wenigsten. Deswegen geht der Trend hin zum Lernen in kleinen Einheiten, die sich einfach in den Arbeitsalltag integrieren lassen.

In folgendem Video erfahren Sie, welche Vorteile Micro-Learning mit sich bringt.

Erzählen Sie Geschichten

Wir erinnern uns an Geschichten deutlich besser als an reine Fakten. Dazu gibt es diverse Studien, die zum immer gleichen Ergebnis kommen: kommuniziert man nackte Fakten, erinnern sich nach 10 Minuten die Menschen im Schnitt nur noch an 5% der konkreten Inhalte. Verpackt man die Fakten in Geschichten, sind es 22 Mal mehr (Jennifer Aaker, Professor of Marketing at the Stanford Graduate School of Business). Das liegt unter anderem daran, dass Geschichten Emotionen wecken.

Storytelling kann so dazu beitragen, die Mitarbeitenden zum Lernen zu motivieren und die E-Learning-Akzeptanz zu steigern.

Das Auge lernt mit

Und schließlich spielt natürlich auch die optische Aufbereitung des Contents eine wichtige Rolle zur Akzeptanzschaffung im E-Learning. Die Lernoberfläche sollte klar sein und zum Unternehmen passen. Auch themenübergreifend sollten Oberflächen und Kurse einheitlich sein und zum Gesamtbild passen. Um das sicherzustellen – auch bei User Generated Content – empfiehlt es sich, einen Styleguide für Online-Trainings zu entwickeln und diesen allen Personen zur Verfügung zu stellen, die Lerninhalte erstellen.

Für unseren Kunden ZHAW haben wir so einen Styleguide und ein Web Based Training, das den Zielgruppen diesen Styleguide näherbringt, entwickelt.

In diesem Video bekommen Sie einen Einblick in das Projekt.

2. Kommunikation

Vermarktung is key

Wie wir schon zu Beginn des Artikels erwähnt haben: Lernerfolg beginnt mit Motivation. Um die Mitarbeitenden zu motivieren, ist es essenziell, Relevanz für sie zu schaffen. Stellen Sie in der Kommunikation also den Nutzen für den Mitarbeitenden in den Mittelpunkt, um ihm zu
vermitteln, warum die Inhalte für ihn relevant sind. Die Kommunikation an sich sollte dabei motivierend und sympathisch sein – gleichzeitig sollte
der Umgang mit persönlichen Daten stets transparent und frei von Missverständnissen kommuniziert werden.

Bauen Sie für Ihre digitale Lernwelt eine Marke auf und sorgen Sie dafür, dass das Thema bei Ihren Mitarbeitenden ständig präsent ist. Das gelingt Ihnen zum einen, indem Sie E-Learning Themen nicht nur punktuell, sondern permanent kommunizieren. Dabei können Sie abhängig von aktuellen Kampagnen und Trainings-Roll-Outs verschiedene Themen in den Fokus der Kommunikation rücken. So verankern Sie E-Learning nachhaltig im Unternehmen und in den
Köpfen der Mitarbeitenden.

Nutzen Sie außerdem verschiedene Kommunikationskanäle, um die Lernenden genau dort zu erreichen, wo Sie sich aufhalten und sich informieren. Als Kanäle eignen sich alle Online-Medien wie z. B. ein Intranet, die Website, Chats oder soziale Netzwerke, aber auch Offline-Kanäle wie Meetings, Events oder Streuartikel.

Kommunikation ist keine Einbahnstraße

Sorgen Sie auch für einen Rücklaufkanal in der Kommunikation, um den Lernenden eine Feedbackmöglichkeit zu geben. Es sollte immer eine Ansprechperson für Themen rund ums E-Learning geben, an die sich Lernende beispielsweise bei technischen Problemen, Fragen zum System oder Feedback zum Content wenden können. Das steigert die Akzeptanz bei den Lernenden und hilft Ihnen gleichzeitig, Bedarfe zu ermitteln und Ihre E-Learning-Inhalte und -Lösungen zu optimieren.

Alles Gute kommt von oben

Und last but not least ist ein klares und öffentliches Commitment des Managements essenziell für die Akzeptanz von E-Learning bei den Mitarbeitenden, zum Beispiel mittels eines Video-Statements oder eines Auftaktevents.

3. Organisation

Lernen als Kulturgut

Neben den Lerninhalten und der Kommunikation spielt die Organisation eine zentrale Rolle für die Akzeptanz von E-Learning bei den Mitarbeitenden. Zum einen muss E-Learning in der Unternehmensstrategie verankert sein. Führungskräfte, Betriebsräte, Regional- und Bereichsverantwortliche sollten frühzeitig miteinbezogen werden, um ihr Commitment einzuholen.

Außerdem muss E-Learning Teil einer Lernkultur sein, in der Vertrauen gelebt wird und in der es Freiräume zur Orientierung und Wissensaneignung gibt. Den Mitarbeitenden sollte ausreichend Lernzeit innerhalb ihrer Arbeitszeit zur Verfügung stehen. Sie sollten aktiv einbezogen werden, zum Beispiel um gemeinsam Bedarfe zu identifizieren und attraktive Lerninhalte zu gestalten. Gerade bei freiwilligen Online Trainings sollte es eine Lernbegleitung geben, die Lernende durch den Content navigiert und ihnen dabei hilft, die für sie relevanten Inhalte zu finden.

Auch im Zielsystem des Unternehmens sollte Weiterbildung verankert sein: Zum Beispiel in Form von Team- und Individualzielen.

Herausforderung Hardware

Und zu guter Letzt muss die Technik funktionieren und sich an den schwächsten Geräten und Verbindungsqualitäten ausrichten. Voraussetzung dafür ist eine Hardware-Strategie, in der unter anderem definiert wird, an welchen Geräten gelernt werden soll bzw. darf. Eine mögliche Strategie ist die „Bring Your Own Device“ Strategie, bei der – wie der Name schon sagt – die Lernenden an ihren eigenen Geräten lernen. Hier muss sichergestellt werden, dass die Technik auf allen von den Lernenden genutzten Geräten einsatzfähig ist und funktioniert. Das sollte auf keinen Fall unterschätzt werden, da eine funktionierende Technik für die Akzeptanz und damit für den Lernerfolg essenziell ist.

Dieser Artikel wurde uns von der youknow GmbH zu Verfügung gestellt. Mehr Informationen und weitere Artikel findet ihr hier.

Bildnachweis: Photo by Paweł Czerwiński on Unsplash.

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Carsten Albus

Carsten Albus ist Produktmanager E-Learning und E-Learning-Berater bei der youknow GmbH. Der studierte Kommunikationswissenschaftler arbeitete einige Jahre als Projektleiter und Teamleiter Projektmanagement für E-Learning-Projekte bei einem renommierten Full-Service-Dienstleiter. In dieser Zeit verantwortete er umfangreiche internationale Projekte für Unternehmenskunden aus unterschiedlichen Branchen. 2018 wechselte er zur youknow GmbH. Seither entwickelt er dort das Produktportfolio sowie Instrumente für die Projektarbeit und Kundenberatung.

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Carsten Albus

Carsten Albus ist Produktmanager E-Learning und E-Learning-Berater bei der youknow GmbH. Der studierte Kommunikationswissenschaftler arbeitete einige Jahre als Projektleiter und Teamleiter Projektmanagement für E-Learning-Projekte bei einem renommierten Full-Service-Dienstleiter. In dieser Zeit verantwortete er umfangreiche internationale Projekte für Unternehmenskunden aus unterschiedlichen Branchen. 2018 wechselte er zur youknow GmbH. Seither entwickelt er dort das Produktportfolio sowie Instrumente für die Projektarbeit und Kundenberatung.

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