Digitalisierungsschub durch Corona-Krise: 5 E-Learning-Formate für den schnellen Einsatz in Weiterbildung & Training

Titelbild zum Gastbeitrag Sinem Sasmaz von Time4you zum Thema E-Learning
Quelle: ©Jean Gerber; www.unsplash.com

Im März 2020 änderten sich die Bedingungen für berufliche Weiterbildung in Organisationen und Unternehmen drastisch. Plötzlich ergab sich aufgrund des Lockdowns und der damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen auf globaler Ebene ein abrupter Stopp bzw. eine sehr starke Reduktion bisheriger präsenzbasierter Bildungsformate und der Ersatz durch digitale Formate. Dort, wo Weiterbildung überhaupt noch stattfand, entstand somit eine Umkehrung des Verhältnisses Präsenz zu Digital: Wo vorher 80% Präsenz und 20% Digital als „normal“ galt, lag das Verhältnis nun (mindestens) bei 20:80.

Digitalisierungsschub der Weiterbildung in der Corona-Krise

Schon vor Beginn der Corona-Krise hatte der Technologietrend „Digitalisierung“ einen Einfluss auf die berufliche Weiterbildung, allerdings wurde dies sehr unterschiedlich in den Organisationen umgesetzt. So waren manche Organisationen wesentlich besser auf die plötzlich eintretenden Veränderungen vorbereitet als andere. Ein Digitalisierungsprozess, der sich sonst über mehrere Jahre erstreckt hätte, lief nun vor den Augen aller Beteiligten im Zeitraffer ab. Digitale Bildungsformate erlebten einen hohen Anstieg der Nutzerzahlen, es erfolgten Investitionen in digitale Infrastrukturen und die Budgets wurden an vielen Stellen von Präsenz auf digitale Formate gelenkt. Vielerorts stellte sich jedoch auch die Frage, welche Formate besonders geeignet sind für den kurzfristigen und schnellen Umstieg.

5 E-Learning-Formate für den kurzfristigen Einsatz

Online-Sessions und -Workshops – live und interaktiv

Umsetzungszeit ab 1 Tag

 Formate, die besonders schnell oder gut Präsenzformate ersetzen konnten, verzeichneten einen erheblichen Nachfrageanstieg. Dazu gehören zum Beispiel referentenbasierte Online-Sessions oder Online-Workshops, die zeitlich synchron und räumlich asynchron ablaufen und mit Hilfe von Audio-/Videokonferenzsystemen, parallelen Gruppenarbeitsräumen, digitalen Umfrage und Mindmapping-Tools etc. umgesetzt werden. Der große Vorteil an diesen Formaten ist, dass sie sehr schnell umzusetzen sind und nicht lange an Vorbereitung brauchen. Zudem lässt sich mitunter eine viel größere Reichweite erzielen, die mit einem Präsenzseminar so nicht möglich wäre. Der Nachteil an Online-Sessions ist allerdings, dass sich das Präsenztraining nicht 1:1 abbilden lässt und die Übertragung auf den digitalen Raum anderen Regeln folgen muss als in einem physischen Seminarraum. Auch die langsam einsetzende „Zoom-Fatigué“ macht sich bei vielen Teilnehmer:innen bemerkbar, so dass es empfehlenswert ist, lange Seminareinheiten in kürzere Sessions zu unterteilen und dafür den Zeitraum auf mehrere Wochen auszudehnen. Zwischen den Live-Sessions können die Trainer:innen zum Beispiel durch Forumsarbeit und kurze Lernimpulse wie Audios, Videos oder Worksheets in Kontakt mit den Teilnehmenden bleiben und sie motivieren, am Ball zu bleiben.

Standard-Lerninhalte – fertige Online-Trainings fürs kleine Budget

Umsetzungszeit ab 1 Woche

Compliance-Schulungen oder klassische Microsoft-Office Anwendungen gehören ins Repertoire vieler Unternehmen. Für ein relativ kleines Budget sind diese bereits als vorproduzierte Standard-Trainings zu haben und können zudem optisch und inhaltlich noch an das Look & Feel des Unternehmens angepasst werden. Wenn es schnell gehen soll, dann lohnt sich der Blick in die Kataloge von Weiterbildungsanbietern, alternativ bieten auch Learning-Management-Systeme eine Schnittstelle zu externen Katalogen an.

Rapid E-Learning – schnell Content erstellen

Umsetzungszeit 1-4 Wochen

Rapid E-Learning bietet sich an, wenn kurzweilige Microlearnings und Online-Kurse produziert werden sollen. Bestehende Inhalte können ohne großen Aufwand in einfache Lerneinheiten, auch Lern-Nuggets genannt, umgewandelt werden. Mit Rapid E-Learning Tools lassen sich Schulungsunterlagen interaktiv aufarbeiten – als Basis dienen z.B. Power Point oder Word-Dokumente. So lassen sich mit den Autorentools auch ohne IT- und Programmierungskenntnisse Lerninhalte erstellen – und dies innerhalb kürzester Zeit.  Eine gewisse Einarbeitungszeit in das Tool und fundierte didaktische Vorüberlegungen um Lernziel und Zielgruppe braucht es dennoch – danach kann es dann schnell in die Content-Produktion gehen.

Chatbots off-the-shelf – Lernbuddys der Zukunft

Umsetzungszeit 1-4 Wochen

Die digitalen Assistenten oder auch die sogenannten „Lernbots“, werden uns in naher Zukunft noch häufiger im digitalen Lernen begegnen und „klassische“ Bildungsformate ergänzen oder komplett ablösen. Dazu gehören Trainingsanwendungen wie der digitale Vokabeltrainer, das sprechende “Lexikon“, aber auch so etwas wie dialogische Interactive Fiction, die den Anwender spielerisch mitnimmt in eine eigene Lernwelt. In Zeiten, in denen informelles Lernen und Micro-Learning immer wichtiger werden, sind Chatbots also überaus attraktive Lernbegleiter.

Der große Vorteil von Lernbots liegt darin, dass sie 24/7 für die Lernenden da sind und eine passive Berieselung nahezu unmöglich ist – der Dialog geht nur dann weiter, wenn der Lernende in der Interaktion mit dem Bot bleibt.

Erklärvideos – unterhaltsam und kurzweilig

Umsetzungszeit 1 bis 4 Wochen

 Mit Erklärvideos lassen sich auf vielfältige Weise Lerninhalte einfach, prägnant und unterhaltsam erklären, sogar einfache Interaktionen mit den Lerner:innen sind möglich. Von simpler Zeichnung und Comic-Stil bis aufwändigere 3D-Animation ist hier alles möglich, je nach Komplexität und Thema variiert auch der Preis und die Produktionszeit. Mittlerweile lassen sich mit kostenpflichtigen Online-Tools einfache Erklärvideos sogar selbst produzieren, ohne dass man hierfür ein Zeichen- oder Animationsprofi sein muss. Die Erklärvideos sollten jedoch kurzweilig und unterhaltsam sein – Storytelling-Kenntnisse sind hier also ein Muss!

Kreative Lösungen für besondere Zeiten – Eventtipp

 Fakt ist: Die Pandemie und ihre Auswirkungen haben die Nachfrage nach und den Bedarf für digitales Lernen quasi über Nacht und vielfach ohne Aufwärmtraining auf den Trainingsplatz geschickt. Viele Unternehmen und Organisationen haben jedoch kreative Wege gefunden, um diese Herausforderungen zu meistern und ihre Kompetenzen im Bereich digitales Lernen enorm erweitert.

Bild_Gastautorin_Sinem Scheuerer
Sinem Sasmaz
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Sinem Sasmaz arbeitet als Consultant und Autorin bei der time4you GmbH. Das Thema Lernen & Entwicklung liegt ihr sehr am Herzen. Ihr Motto: Lernen soll Spaß und Lust auf mehr machen!

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Sinem Sasmaz

Sinem Sasmaz arbeitet als Consultant und Autorin bei der time4you GmbH. Das Thema Lernen & Entwicklung liegt ihr sehr am Herzen. Ihr Motto: Lernen soll Spaß und Lust auf mehr machen!

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